Selbstverständnis
Die Grüne Hochschulgruppe ist eine hochschulpolitische Liste und tritt zu den Wahlen des Studierendenparlaments an der Ruhr-Universität Bochum an.
Die Grüne Hochschulgruppe fußt auf den Grundwerten Ökologie, Freiheit, Gleichheit, Gerechtigkeit, Emanzipation, Gewaltfreiheit und setzt sich für den Schutz von Minderheiten ein. Unter Gerechtigkeit verstehen wir – neben der sozialen Gerechtigkeit – die Geschlechter-, Chancen-, Teilhabe-, Generationen- und Internationale Gerechtigkeit. Als emanzipatorische Linke versuchen wir den Kapitalismus friedlich zu überwinden und die Globalisierung hin zu einer freien und gerechten Einen Welt, die nicht zwingend eine sozialistische Gesellschaftsordnung sein muss, umzugestalten. Dabei sind die Unteilbarkeit der Menschenrechte und der nachhaltige Umgang mit den natürlichen Ressourcen und deren gerechte Verteilung von besonderer Bedeutung.
Wir bekämpfen alle gesellschaftlichen Kräfte, die sich gegen die Emanzipation des Menschen stellen. Insbesondere sind wir antifaschistisch, antisexistisch, antirassistisch, antinationalistisch und kämpfen gegen Antisemitismus sowie Geschichtsrevisionismus.
Als FeministInnen kämpfen wir für die Überwindung der männlichen, heterosexuellen Gesellschaft.
Die Grüne Hochschulgruppe setzt sich außerdem für Tierrechte ein.
Überall, wo Menschen ausgebeutet oder unterdrückt werden, kämpfen wir als emanzipatorische Linke für ihre Freiheit, Gerechtigkeit und Gleichheit. Dabei widersetzen wir uns jedem reaktionären Gedankengut. „Wer will, dass die Welt so bleibt wie sie ist, der will nicht, dass sie bleibt.“ Fried, Status Quo.
Die ökologische RUB
Die Ruhr-Uni muss in vielerlei Hinsicht grüner werden. Neben einer Begrünung durch mehr Wiesen und viel mehr Bäume, braucht die RUB endlich ein ökologisches Gesamtkonzept.
In den nächsten Jahren wird die Grundsanierung das Bild unserer Uni maßgeblich verändern. Dabei müssen die höchsten Standards der energetischen Gebäudesanierung beachtet werden. Die Energieversorgung der RUB muss vollständig aus Erneuerbaren Energien gedeckt werden. Neben der Sonnenenergie muss auch die zur Verfügung stehende Erdwärme genutzt werden. Wir verstehen hierbei die Atomenergie nicht als eine erneuerbare Energie.
Die vorhandene Kompetenz (z.B. bei der Umwelttechnik und Umweltpsychologie) muss genutzt werden. Hier übernimmt die RUB eine Vorbildfunktion für die Gesamtgesellschaft.
Die Ruhr-Universität braucht auch ein ökologisch sinnvolles Verkehrskonzept. Es muss ein erklärtes Ziel sein, dass immer weniger Studierende und Angestellte mit dem Auto zur Uni gelangen. Dazu braucht es einen intelligenten Ausbau des ÖPNV und einen qualitativen und quantitativen Ausbau des Fahrradsverkehrs.
Die RUB braucht endlich ein Müllentsorgungskonzept, das seinen Namen verdient. Eine konsequente Mülltrennung und vor allem Müllvermeidung müssen so schnell wie möglich umgesetzt werden.
Die Anstrengungen des Studiums verlangen nach einer gesunden Ernährung. Die guten Ansätze beim Akafö müssen stark ausgebaut werden. Wir brauchen ausschließlich biologische Nahrung, die gentechnikfrei sein muss. Das Angebot an vegetarischen und veganen Lebensmitteln muss ausgebaut werden.
An der Ruhr-Universität ist auf jegliche Tierversuche zu verzichten.
Wir sind davon überzeugt, dass kein/e Studierende/r an der Ruhr-Universität Bochum im Laufe des Studiums gezwungen werden kann/darf, gegen die persönlichen ethischen Überzeugungen zu verstoßen. Deswegen muss es möglich sein, ein Studium zu absolvieren, ohne ein Tier töten zu müssen.
Der „Verbrauch“ von Tieren in Forschung und Lehre ist öffentlich zu dokumentieren.
Die soziale RUB
Wir als Grüne Hochschulgruppe wollen eine soziale Ruhr-Uni. Kein Mensch darf aufgrund seiner sozialen Herkunft von Bildung abgehalten werden. Deswegen fordern wir freie Bildung für alle Menschen! Studiengebühren sind und bleiben unsozial. Neben den Gebühren müssen auch weitere Kosten für das Studium entfallen. Deshalb fordern wir die Lehrmittelfreiheit.
Der immer größer werdenden sozialen Ungerechtigkeit muss entgegentreten werden; der gesellschaftliche Reichtum muss gerecht verteilt werden. Hierfür müssen die sozialen Transfers (z.B. Bafög, Wohngeld) stark erhöht werden, finanziert durch höhere Steuern, insbesondere auf Kapitalerträge. Neben der finanziellen Umverteilung braucht es eine bessere soziale Infrastruktur. Die Studierendenschaft kann hier nur sehr eingeschränkt einspringen, jedoch sollte auch sie alles in ihrer Macht stehende tun, um soziale Ungleichheiten abzufedern, indem sie vermehrt soziale und finanzielle Angebote macht. Die Gesamtgesellschaft muss die freie Nutzung des ÖPNV, von kulturellen Einrichtungen und natürlich von Bildung ermöglichen.
Wir setzen uns dafür ein, dass ein unabhängiges, qualitativ hochwertiges, soziales, juristisches Beratungsangebot durch den AStA gewährleistet wird.
Die demokratische RUB
Die Grüne Hochschulgruppe will eine demokratische Ruhr-Universität. Leider ist die RUB nur sehr selten ein Ort der Demokratie. Der Hochschulrat wurde für viele wichtige Fragen (z.B. die Wahl des Rektors) von der Landesregierung ohne demokratische Legitimation eingesetzt. Der Senat (der über den Haushalt der Uni und vieles weitere entscheidet) wird zwar gewählt, jedoch besitzen die ProfessorInnen immer eine absolute Mehrheit. Der Hochschulrat gehört sofort abgeschafft und der Senat muss zumindest paritätisch besetzt werden.
Die Grüne Hochschulgruppe will eine demokratische Ruhr-Uni und eine wirklich demokratische Gesellschaft. Dazu muss der Druck auf die Studierenden massiv abnehmen, z.B. durch ein kostenfreies Studium. Es muss Platz und Zeit geschaffen werden für politisches, soziales und kulturelles Engagement, denn eine Uni bildet den Menschen in seiner Ganzheit und dient nicht nur der Berufsvorbereitung. Jede und jeder Studierende muss mehr Teilhabe an der Universität und der Gesellschaft haben können. Dazu brauchen wir mehr direktdemokratischen Einfluss auf das Studierendenparlament, den AStA, den Senat und die Universitätsverwaltung.
Die feministische und emanzipatorische RUB
Die Grüne Hochschulgruppe fordert eine feministische Ruhr-Uni. Die männliche und heterosexuelle Gesellschaft muss überwunden werden, damit wir beginnen können, jegliche geschlechtlichen und sexuellen Konstruktionen in Frage zu stellen.
Wir brauchen endlich eine wirkliche Gleichbehandlung und Chancengleichheit für Frauen und Männer in allen Bereichen der Universität und der Gesellschaft.
Frauen werden immer noch in fast allen Lebenslagen benachteiligt, deswegen brauchen wir einen neuen Feminismus. Entsprechend fordern wir eine Frauenquote bei der ProfessorInnenschaft, den Dozentinnen und den Mitarbeiterinnen der RUB, solange die gesellschaftlichen Bedingungen der Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern nicht realisiert sind.
Darüber hinaus brauchen wir eine wirkliche Anerkennung und Achtung jeglicher sexueller Identitäten und Orientierungen.
Die gewaltfreie RUB
Die Ruhr-Universität muss ein Ort der Gewaltfreiheit sein. Dabei muss jegliche Wissensvermittlung, die ausschließlich für militärische Zwecke nutzbar ist, eingestellt werden. Die Forschung für zivile Konfliktlösung muss hingegen massiv ausgebaut werden. Doch Frieden und Antimilitarismus sind nicht nur Forschungsgegenstände. Gewaltfreiheit muss auch Praxis werden, dazu können Konfliktlösungsprogramme ein erster Schritt sein. Die Studierendenschaft und die gesamte Uni muss sich als Bestandteil der weltweiten Friedensbewegung verstehen und durch Aufklärung und praktisches Handeln aktiv zum Frieden in der Welt beitragen. Dabei muss aber auch die alltägliche Gewalt zwischen Menschen aufgearbeitet werden. Die physischen und psychischen Gewaltstrukturen müssen auf staatlicher, institutioneller und individueller Ebene aufgebrochen und überwunden werden. Wir als Grüne Hochschulgruppe streben aktiv eine gewaltfreie und gerechte Welt an.
Die internationale RUB
Die Grüne Hochschulgruppe will die gerechte und friedliche Eine Welt. Unser Horizont darf nicht an der Ruhr-Uni, Bochum oder Deutschland enden, wir müssen die ganze Welt im Blick haben. Überall auf der Welt werden Menschen unterdrückt und ausgebeutet. Jeden Tag sterben 100.000 Menschen an Hunger oder dessen unmittelbaren Folgen, obwohl die landwirtschaftlichen Produkte für jeden Menschen doppelt so viel Nahrung bereit stellen, als er benötigt. Trotzdem interessieren sich die reichen Länder (in erster Linie des Nordens) nur dafür, ihren Reichtum zu mehren und fürchten sich vor den Flüchtlingen ihrer internationalen Politik.
Wir setzen uns gegen demokratisch illegitime Interessenvertretungen ein, welche wie z.B. die G8, das Reichtums- und Machtgefälle reproduzieren.
Die besonders großen Hindernisse, die Menschen ohne deutschen oder europäischen Pass auch an der Ruhr-Uni haben, müssen überwunden werden. Dazu gehören die besonderen finanziellen Probleme und die ständige Angst vor der Abschiebung aus Deutschland und Europa. Die Grüne Hochschulgruppe fordert offene Grenzen für alle Menschen, denn kein Mensch ist illegal. Langfristig müssen Grenzen und Nationen überwunden werden.
Wir wollen eine internationale RUB, in der alle Menschen voneinander lernen und friedlich miteinander umgehen. Alle Menschen haben eine einzigartige Kultur, deren Vielfalt wir gerecht werden müssen.
Die antifaschistische RUB
Die Grüne Hochschulgruppe fordert eine antifaschistische Ruhr-Uni. Überall, wo wir alten oder neuen Nazis und deren SympathisantInnen begegnen, müssen wir ihnen mit aller Macht entgegentreten.
Wir wollen eine Uni, die Faschistinnen und Faschisten gemeinsam und geschlossen ächtet und bekämpft. Die RUB muss ein Ort werden, an dem faschistische, rassistische, sexistische, antisemitische, nationalistische oder geschichtsrevisionistische Einstellungen keinen Platz haben. Alles, was gegen die Emanzipation des Menschen gerichtet ist, muss bekämpft werden. Dabei spielt die Studierendenschaft eine entscheidende Rolle: sie ist die Ansprechpartnerin und Koordinatorin der antifaschistischen Arbeit an der Ruhr-Uni. Wir als Grüne Hochschulgruppe wollen diesen Kampf noch weiter ausbauen und die gesamte Uni in die antifaschistische Arbeit miteinbeziehen.
Des Weiteren setzen wir uns für eine aktive Aufklärungsarbeit über entsprechende Tendenzen und entsprechendes Gedankengut ein.